Mitte-der blindeste Fleck der menschlichen Kultur
Geschrieben am von Marlon Melzer
Warum wir überall Gegensätze sehen – aber kaum Mitte.
Wir leben in einer Zeit der Gegensätze. Nicht nur unser Denken, unsere Sprache, sondern auch unser Kultur ist in Gegensätzen organisiert. Und das kennst du bestimmt oder?
Links oder rechts.
Mainstream oder alternativ.
Schulmedizin oder Naturheilkunde.
Wissenschaft oder Spiritualität
Glaube oder Wissen
Jung oder Alt.
Dafür oder Dagegen.
Unsere Gesellschaft diskutiert täglich über diese Dualitäten unseres Lebens. Zeitungen berichten darüber, Talkshows leben davon und soziale Medien verstärken sie oft zusätzlich.
Doch was wäre, wenn uns bei all diesen Debatten etwas Grundlegendes entgeht?
Nicht eine weitere Meinung. Vielmehr ein ganzer kultureller Raum.
Ein Raum, den wir zwar sprachlich kennen – die Mitte –, den wir gesellschaftlich aber kaum bewusst entwickelt haben.
Ist die Mitte wirklich nur ein Kompromiss?
Wenn wir von der Mitte sprechen, denken viele Menschen an:
- Balance
- Neutralität
- Ausgleich
- Kompromiss
Doch was wäre, wenn das nur ein kleiner Ausschnitt dessen wäre, was Mitte tatsächlich bedeuten kann?
Was wäre, wenn Mitte eine eigene kulturelle Fähigkeit wäre?
Nicht nur zwischen zwei Seiten zu stehen oder zu vermitteln, sondern auch mit beiden Seiten etwas Neues zu erschaffen.
Dieser Idee folge ich schon einige Jahre.
Ein kulturelles Muster statt einzelner Probleme
Genau hier setzt mein Buch „MITTE – Der blindeste Fleck der menschlichen Kultur“ an.
Es beschreibt kein einzelnes gesellschaftliches Problem. Und bei diesem geht nicht nur um Politik, Medien, Bildung oder Gesundheit im Einzelnen. Es geht um um ein Muster, das sich in nahezu allen Lebensbereichen wiederholt.
Immer wieder begegnen wir Strukturen, die vor allem zwei Seiten organisieren:
- Zustimmung und Ablehnung
- Wettbewerb statt Vermittlung
- Diskussion statt gemeinsamer Entwicklung
Meine eigentliche Frage lautet daher:
Wo sind die Institutionen der Mitte?
Ein blinder Fleck unserer Kultur!
Ein blinder Fleck ist etwas, das vorhanden ist, aber kaum wahrgenommen wird. Das Buch vertritt die These, dass genau dies auf die Mitte zutrifft. Nicht ungewöhnlich, denn sogar in der Psychologie spricht man vom seriellen Positionseffekt. Unser Gehirn arbeitet gern in einem binären Modus und kann sich etwas in Mitte nicht nur schlechter merken. Es kann Zustände, Räume und Worte in Mitte auch ebenso weniger gut wahrnehmen. Mitte erscheint uns als Raum sehr komplex, während Gegensätze und Ränder viel einfacher zu lokalisieren sind.
Zudem ist Mitte auch ein Raum, der uns nicht wirklich eine Identität verspricht. Und da sind wir wieder beim ursprünglichen Thema.
Mitte als neutraler Ort, als langweiliger Raum, als unwichtige Kraft?
Das sehe ich in meinem Buch: Mitte – der blindeste Fleck der menschlichen Kultur ganz anders. Doch um Mitte wahrzunehmen, braucht es erstmal eine Wahrnehmung wie gut wir unsere Kultur in zwei Seiten getrennt haben. Damit beginnt nicht nur mein Buch, sondern auch meine Lebensgeschichte als Mensch Marlon. Zwischen Bürokratie und Punk bin ich als Sohn einer Beamtin und eines Punmusikers große geworden.
Doch das waren nicht die einzigen Gegensätze in meinem Leben. Ich entwickelte ein Bewusstsein dafür, dass auch unsere Kultur voller Gegensätzlichkeit ist. Manchmal ist Differenzierung gut, um Klarheit über das Ganze zu haben. Doch wenn es keine Vermittlung, keine Brücken gibt, dann passiert das, was in unserer Kultur irgendwann die Oberhand bekommen hat. Eine starke Trennung entsteht Trennung.
Auch darüber handelt mein Buch.
Spaltung entsteht dort, wo Mitte fehlt.
Unsere Kultur verfügt aktuell über unzählige Räume für Gegensätze.
Doch nur selten entstehen Räume, in denen Menschen unterschiedliche Perspektiven bewusst zusammenführen, um gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln.
Dabei geht es mir nicht darum, Gegensätze abzuschaffen.
Im Gegenteil. Unterschiedliche Sichtweisen sind wichtig. Doch zwischen ihnen könnte weit mehr entstehen als bloßer Streit oder Kompromiss.
Von der Erkenntnis zur Gestaltung
Dieses Buch versteht sich deshalb nicht als fertige Antwort. Es ist der Beginn meiner Forschungsreise.
Wenn wir beginnen, die fehlende Mitte als kulturelles Muster zu erkennen, können wir uns eine neue Frage stellen:
Wie könnten Institutionen aussehen, deren eigentliche Aufgabe darin besteht, mit unterschiedlichen Perspektiven etwas Neues zu erschaffen?
Diese Frage betrifft nicht nur einen Bereich.
Sie betrifft unsere gesamte Kultur.
Erste Beispiele
Das Muster lässt sich in vielen Bereichen beobachten:
- Medien
- Bildung
- Gesundheit
- Generationen
- Wirtschaft
- Wissenschaft
- Demokratie
- Familien
- Unternehmen
Das Buch behauptet nicht, für all diese Bereiche bereits fertige Lösungen zu besitzen. Es möchte zeigen, dass überall dort, wo echte Gegensätze bestehen, möglicherweise auch eine bislang unentwickelte Mitte wartet. Ein Potenzial, das wir jetzt aus der Trennung heraus sinnhaft nutzen und bilden können.
Eine Einladung zum Mitdenken
Vielleicht beginnt eine Kultur der Mitte nicht mit einer neuen Ideologie. Vielleicht beginnt sie eher mit einer neuen Frage.
Sie lautet nicht
Wer hat recht?
Sie lautet:
Was könnte zwischen und vor allem MIT beiden Seiten entstehen?
Wenn wir lernen, diese Frage immer wieder zu stellen, entdecken wir möglicherweise nach und nach einen kulturellen Raum, der bisher kaum bewusst gestaltet wurde. Für mich das größte Potenzial einer neuen Kultur. Einer neuen KULTUR DER MITTE.
Das Buch
MITTE – Der blindeste Fleck der menschlichen Kultur ist eine Einladung, unsere Sprache, unsere Institutionen und unser Denken aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Es beschreibt die Mitte nicht als bloßen Kompromiss, sondern als einen möglichen kulturellen Entwicklungsraum, der in vielen Bereichen unseres Zusammenlebens noch weitgehend unentdeckt ist.
Wenn Du dich für gesellschaftliche Entwicklung, Sprache, Kultur, Mediation oder neue Formen des Zusammenwirkens interessierst, könnte dieses Buch der Beginn einer spannenden Forschungsreise sein. Auf jeden Fall ist es aber schon jetzt ein großes Abenteuer unseres menschlichen Bewusstseins und eine Begegnung, die auf jeden Fall ETWAS mit uns macht!
Über mich
Ich beschäftige sich seit vielen Jahren mit Sprache, Kultur und der Frage, welche Rolle die Mitte in unserem Denken und Zusammenleben spielt. In meinem Buch „MITTE – Der blindeste Fleck der menschlichen Kultur“ eröffne ich eine Forschungsreise zu einem kulturellen Muster, das weit über einzelne Fachgebiete hinausreicht und zum Mitdenken und Mitgestalten einlädt.
Das Buch ist bei Amazon erhältlich:
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Verlag: Mindfulculture.de
Buchseite: Mitte-Buch


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