Innere Neutralität und Triggerlösung

Geschrieben am von Marlon Melzer

Trigger lösen ist sinnvoll, doch macht es uns irgendwann zu völlig neutralen Automaten?

Macht die innere Arbeit und das Lösen von Triggern uns zu Gefühlsrobotern?

 

In den letzten Einzelcoachings der vergangenen Monate wurde mir öfter mal die Frage gestellt:

Marlon, was passiert denn, wenn ich alle meine Trigger gelöst habe?“

Da diese Frage jetzt schon öfter aufgetaucht ist, kam mir der Impuls hier mal kurz etwas zu dem Thema zu veröffentlichen.

Grundsätzlich gilt für mich erst mal das, dass das Lösen von Triggern eine zentrale und wichtige innere Arbeit ist. Diese führt sowohl zu mehr Balance als auch zu mehr innerer Stabilität.
Ein sehr sinnvoller Zustand ist dieser doch die Voraussetzung innere Gesundheit zu erlangen.

Um es vorwegzunehmen, natürlich reagiere ich in gewissen Situationen weniger emotional, wenn ich meine Trigger löse, als wenn mir diese überhaupt nicht bewusst sind. Doch geht es eben primär um die Form der Intensität. Löse ich alte Ablagerungen von Gefühlen nicht auf, werden sich diese mit den aktuellen und zukünftigen Gefühlen überlagern. Wenn mich beispielsweise mein Lebenspartner oder meine Lebenspartnerin schwer enttäuscht, dann werde ich grundsätzlich meine Emotionen und Gefühle behalten und diese Enttäuschung auch so empfinden. Doch die Intensität kann durchaus sehr viel geringer sein.

Wie stark eine Enttäuschung gerade in mir wirkt, ist eben auch Abhängig von der Klarheit meiner Gefühle.

Ganz egal ob positive oder negative. Sind mit einer Enttäuschung sehr viele alte Triggerpunkte verbunden, so wird der Grad meiner Enttäuschung und meiner inneren negativen Gefühle jedoch um ein Vielfaches intensiver und belastender sein.

Durch die vielen Überlagerung meiner Altlasten wird es mir auch schwerer fallen, die aktuellen Gefühle zu differenzieren.

Was daraus resultiert ist, dass ich entsprechend überemotional regiere, oder eben so ohnmächtig bin, dass ich völlig kalt alles über mich ergehen lasse.
Oft ein Verhalten, was rückblickend der Situation nicht wirklich angemessen war. Bin ich zu aggressiv oder auch zu passiv, werde ich mich stets von meiner stabilen Mitte, meiner Schöpferkraft entfernen.

„Wenn ich alle Trigger gelöst habe, kann mir doch nix mehr passieren oder?“

Auch ein sehr pauschaler Glaubenssatz. Das Lösen von Triggern schützt mich weder vor  zukünftigen Verletzungen noch ist es eine Wunderpille für ein erfülltes Leben.  Doch es wird natürlich etwas bewirken. Es wird mich sehr viel leichter machen, um wundervolle Dinge bewusster erleben zu können. Und das Lösen von Triggern wird mich besser mit kommenden Verletzungen umgehen lassen.

Mit weniger Gefühlsüberlagerungen kann ich intensiver fühlen und innere Zustände somit besser ausleben.

Ich möchte hier Empfehlung aussprechen, sich nicht den Glaubenssatz in den Kopf zu nageln, dass Triggerlösung uns zu emotionslosen Robotern werden lässt. Die Gefühle bleiben, doch mit ihnen erhalten wir eine neue Klarheit und Bewusstheit über sie. Eine wundervolle, innere Wertschätzung ist die Folge. Jedes Gefühl hat den Wunsch gelebt und betrachtet zu werden. Ein menschliches Grundbedürfnis, was uns auch unsere Gefühle spiegeln. Mit jeder Klarsicht und dem bewussten Erleben unserer Gefühle, werden wir uns auch vor einer Triggerbildung präventiv schützen können.

Trigger / Altablagerungen von verdrängten Gefühlen  sind die Ursache vieler unserer Erkrankungen….

Krankheiten entstehen gerne dort, wo sich innere Konflikte mit negativen Gefühlen über einen längeren Zeitraum mischen.  Es ist daher sehr gesund, im Alltag ein wenig mehr Neutralität mit sich zu tragen. „Fahre ich schnell hoch“, so ist das ein Zeichen, dass viele Überlagerungen meine Bewusstheit für die Situation beeinflussen.

Gerade Corona zeigt, wie anfällig wir für Trigger sind. Ein wenig mehr innere Neutralität zu überemotionalen Triggerthemen kann ein Schlüssel sein, stabiler aus dieser Krise zu kommen und dabei sogar noch bewusster an der Krise zu wachsen …

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