Die Depression

Geschrieben am von Marlon Melzer

Ein inspirativer Blick auf das Thema: Depression.

Die Depression.

Ein inspirativer Blick auf eine moderne Erkrankung.

Das Thema „Depression“ ist nicht nur im Sport, sondern auch in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Und auch mich selbst hat diese Erkrankung mal mehr und mal weniger in Lebensphasen besucht. Zeit ihr somit meine Wertschätzung mit diesem Text zu schenken, denn Krankheiten sind für mich in der Regel auch Geschenke. Potenziale, die mich auf etwas hinweisen. So auch die Depression.

Beginnen möchte ich mit einer Hypothese.

Depression ist eine geistige Sackgasse, in der sich jeder Mensch grundsätzlich mal in seinem Leben erfährt.

Doch sie zeigt sich sich in ihrem Schweregrad ganz unterschiedlich stark. Sehr milde Verläufe einer Depression können Lebensphasen sein, in denen man sich niedergeschlagen fühlt und einen etwas Unbewusstes von Innen heraus blockiert.

In meinem Leben hatte ich mal kleine aber auch einmal eine etwas stärkere Depression, die sich zwischenzeitlich auch ein wenig manisch gezeigt hat. Manisch heißt „übersteigert“. Man lebt seine Depression in der Manie  weniger durch Trägheit und mehr durch übertriebenes Tun aus.

In meiner Familie, auch unter Freunden und im Job ist Depression eine schon lange eine mit mir in Resonanz stehende Kraft. Ich habe mich in den letzten Jahren somit intensiv und vielschichtig mit dem Thema „Depression“ auseinander gesetzt. Hier möchte ich einige Einblicke und Inspirationen auf das Wort und die dahinter stehende Energie schenken.

Depression ist eine geistige Krankheit mit körperlichen Symptomen.

Schauen wir zuerst gemeinsam auf die Wortenergie: Depression. Ich nehme in dieser zwei Energien wahr. Die Silbe „De“ und Pression – Pressure – Druck, das „De“ ist ein Vorsilbe, die häufig mit der Energie des „entgegen“ belegt ist, wie Degeneriert, Denaturiert, Defensiv. Also eine abwehrende Kraft. Der defensive Spieler verteidigt. Das wird deutlicher, wenn wir hinsehen, was genau abgewehrt wird. Druck (Pressure) Über diesen Wortschlüsselweg wurde mir eine Erkenntnis gespiegelt, dich immer mehr durch die bewusste Beobachtung kultivieren konnte.

Eine Depression ist ein Gegendruck des Körpers auf einen selbst erzeugten Überdruck des Geistes.

Ein Gegendruck ist z.B. eine Entlastung. Worte die mit der Silber „ent“ belegt sind, zeigen sich sehr häufig mit dem Energieweg der Entleerung. (Entnahme, entlasten, entladen usw.)

Die Depression ist also eine Wechselwirkung auf das, was passiert ist. Aus dem bewussten Umgang mit Dualität weiß ich, dass auf eine starke Belastung eine ebenso starke Entlastung wirkt. So wie auf Ebbe eine Flut kommt, wirken auch  hier Energien immer wieder dahin, sich auszugleichen. Das kann ganz bewusst passieren, in dem unser Geist dieses duale System wahrnimmt und er versteht und fühlt, welcher Druck gerade wirkt, oder es passiert dann etwas später für den Geist unbewusst, eben durch eine Depression.

Die Fragen für den Betroffenen in Bezug auf die Wortenergetik des Wortes: „Druck“ sind also stets:
– Was habe ich die ganze Zeit in mir unterdrückt? (z.B. Welche Kraft, welchen Anteil in mir wird nicht gelebt?)
– Woher kommt überhaupt mein innerer Druck? (z.B. Wo ist Druck als Kind in mir gewachsen, den ich solange  unterdrückt habe?)
– Was genau will ich damit ausdrücken? (z.B. Worauf will mich dieses Gefühl noch auf tieferer Ebene hinweisen?)
– Wie kann ich mich besser ausdrücken? (z.B. Wie kann ich mich zukünftig klarer ausdrücken , wie z.B. beim klaren „Nein“ sagen?)

Mein erster Blick bei der Ursachenforschung  ging dabei erstmal auf das, was mir Menschen mit einer Depression immer wieder mitteilten. „Schuld ist eine Vererbung.“ Und ja auch das ist Teil meiner Wahrnehmung allerdings ist das, was uns da vererbt wird mehr ein uns unbewusstes, geistiges Muster unserer Eltern, als eine Körperzelle, die plötzlich erkrankt.

Depression ist ein vererbtes Verhaltensmuster, dass sich in körperlichen und geistigen Beschwerden zeigt.

Eine Depression ist für einen unbewussten Geist, keine Konsequenz des eigene Handelns, sondern eine fremderzeugte Vererbung. Dieses Betrachtungsweise offenbart das eigentliche Handicap. Wir lehnen die Selbstverantwortung ab. Diese wiederzuerlangen ist ein weiterer Prozess der Heilung.  Doch gehen wir Stück für Stück weiter.

Warum wählt unsere Körper eine krankhafte Reaktion auf unsere Aktion? Er spiegelt uns unser Muster!

Der Körper spricht mit uns, doch wir hören nicht hin. Und so werden wir werden sinnbildlich von ihm „Schach matt gesetzt“, weil wir permanent versucht haben ihn nicht als Mitspieler zu sehen, sondern nur als rein funktionales Werk. Dieses Köperwerk braucht wie auch der Geist unsere Achtsamkeit. Das Werk kippt, wenn wir es mit einer einseitigen Windrichtung permanent befeuern. Die Depression ist ein Symptom einer solchen einseitigen Energiebelastung. Ausgelöst durch unseren eigenen Geist.

Bei mir im Leben war die einseitige Energiebelastung, der omnipräsente Fokus auf der männlichen Energie. Von Außen nach Innen wirkend, habe ich den Druck der von Außen auf mich wirkte, buchstäblich in mir unterdrückt. Meine Abgrenzungsfähigkeit hat versagt. Alle Einflüsse sind quasi ungefiltert in mich eingedrungen und haben mich von innen zersägt.

Wenn alles im Außen ungefiltert in uns dringt, trifft es schnell zentrale Organe, wie Herz, Kopf und Bauch.

Diese Energieströme legen uns körperlich lahm. Was wir Menschen dann in einer Depression als erstes tun sollten ist, die äußeren Wirkungsfelder zu verlassen. Wir flüchten bewusst und sinngemäß vor den Einflüssen, die uns anstrengen. Wir sind leer und haben keine Energie mehr ihnen entgegenzuwirken. So wandern wir sinnvoller Weise dann in unserer Komfortzone, wo wir mehr mit der Stille und Ruhe in Kontakt sind. Wenn kaum noch Energien auf uns wirken, kann der Körper sich erstmal erholen und beginnen zu heilen.

Wenn der Körper dann in der Regel unbewusst heilt, braucht von unser Geist jedoch einen bewusste Heilungsweg.

Wie sieht eine bewusste Heilung unseres erkrankten Geistes genau aus?

Ich habe hier einen Weg nachgezeichnet, wie ich aus dem Tal meiner Depression gekommen bin. Diesen möchte ich anhand von ein paar Schritten kurz erläutern.

Schritt 1. – Akzeptanz
Der erste Schritt in einer Depression ist das Erkennen einer geistigen Erkrankung. Bin ich mir dieser nicht selbst bewusst, wird der erkrankte Geist so lange unbewusst weiterlaufen, bis der Körper ihn mit einem körperlichen Symptom sinnbildlich in die Knie zwingt
Phase 1 – In dieser Phase gibt es häufig einen körperlichen Auslöser, der es dem Geist ermöglicht,  zu stoppen und sich in seinem Muster bewusster zu werden. Das kann z.B. durch ein Burnout Syndrom , ein Magengeschwür, ein Zitteranfall, ein Nervenzusammenbruch oder sonstige körperliche Reaktionen passieren.

Schritt 2. – Erholung
Der zweite Schritt in einer Depression ist Erholung und das bewusstes Stoppen von äußeren Einflüssen, damit sich Geist und Körper regenerieren können.
Phase 2 – In dieser Phase war ich selbst in der Regel geistig absolut unbeweglich und wollte nur noch in Ruhe gelassen werden. Diese Phase hat unterschiedliche Laufzeiten, je nach Schweregrad. Bei mir waren es ein paar Wochen, bei manchen können es Monate sein.

Schritt 3. – Unterstützung holen und schenken
Der dritte Schritt ist Unterstützung. Ich selbst kann meinen Körper nun durch Naturspaziergänge, gesundes Essen und bewusster Atmung unterstützen, was auch dem Geist dienlich ist. Dieser jedoch braucht in der Regel auch eine zusätzliche Unterstützung für die anstehende Reflektion, die unglaublich wichtig ist. Das kann ein Therapeut, ein Psychologe, ein Coach und jeder sein, der sich bewusst mit Depressionen auseinandergesetzt hat. Im Bestfall ein Mensch, der selbst eine an sich heilen konnte, um genau nachspüren zu können, an welchem Prozessschritt der Betroffene gerade steht.
Phase 2 – In dieser Phase wählt der Betroffene bewusst den Heilungsweg über professionelle Gespräche und Selbstreflektion. Es kann aber auch sein, dass dieser an diesem Prozessweg in die Abhängigkeit zu ärztlich-verschriebenen Medikamenten gerät. Die jedoch nur das Symptom lindern, nicht aber die Krankheit heilen können. Daher sind Gespräche und eine bewusste Betrachtung in den ursächlichen Schmerzpunkt notwendig, um die Krankheit nachhaltig zu heilen.

Schritt 3. – Die Akzeptanz der Reflektion
Der dritte Schritt ist die bewusste Akzeptanz, dass nur durch eine Eigenreflektionsfähigkeit, diese Krankheit heilbar ist. Diese Fähigkeit ist wie ein Muskel trainierbar. Auch wenn die Reflektion bei mir in der Zeit der Depression nicht sonderlich ausgeprägt war, wurde mit regelmäßiger Arbeit durch Gespräche meine Reflektionsfähigkeit immer besser. Das setzt einen guten mitwirkenden Therapeuten voraus und regelmäßige Gespräche. Idealerweise wöchentlich. Doch bevor es zu diesen Gesprächen kommt, sollte der Therapeut den Betroffenen bewusst fragen, ob er bereitwillig ist diesen Weg zu akzeptieren. Auch unter der Permisse, dass es für den Geist ein schmerzhafter Weg sein kann. Erst ein klares „JA“ holt alle inneren Anteile ab und gibt das Signal, dass nun die Akzeptanz da ist, sich im Spiegel beobachten zu können.
Phase 3 – In dieser Phase ist der zentralste Schritt, die bewusste Einwilligung des Betroffenen.

Schritt 4. – Die Reflektion
Dieser Schritt ist kräftezehrend und von Höhen und Tiefen geprägt. Ob kurze Lichtblicke oder erneute Rückschläge, jeder Form des Ausdrucks ist hier erstmal grundsätzlich eingeladen sich zu zeigen. Ich habe in diesem Abschnitt meine ganz eigene Behandlungsmethode, diese ist auch immer auf den Betroffenen angepasst. Ich kann sie daher nicht weder pauschal noch im Detail schildern. Um die Ganzheit des Weges aber hier besser nachzuvollziehen, sind hier eine Teilabschnitte:
Intensive Vergangenheitsgespräche – Achtsamkeitsübungen – Atemtechniken – Erfassen der Triggerfelder –  Visualisieren der Trigger – Rückblenden – Ursachenbearbeitung – Rückfühlmethoden –  Inneres Team – Arbeit mit Dualität – Wortenergetik – Resilienzmethoden – Selbst-Führungsstabilisierung – Selbstwirksamkeit – Bewusster Blick auf das Selbst – Seelische Arbeit.  usw.
Phase 4 – In dieser Phase ist die Ausdauer und Bereitschaft ein Taktgeber. Diese Phase kann lange dauern und kann auch durch den Betroffenen vorzeitig beendet werden. Das passiert sehr häufig, wenn das Bewusstsein des Betroffenen noch so stark im Schmerz des Spiegels ist, dass es nicht mehr länger hinsehen möchte und die Gefühle weiterhin unterdrückt, anstatt mit ihnen arbeiten zu wollen.

Schritt 5. – Der neue Geist
Wen ein Betroffener nun immer mehr reflektiert, dass er selbst Urheber der Krankheit ist und sie somit auch selbst heilen kann, ist der Weg frei für einen neuen Geist. Ich nenne diesen auch gerne den neuen Zeitgeist in uns. Mit diesem kann ich nun noch gezielter in mir aufräumen und auch selbständig Themen mehr und mehr selbst bearbeiten. Die Zeit, die ich mir selbst für die Bearbeitung schenke, ist dieser wertschätzende Zeitgeist, der nun achtsamer mit sich selbst umgeht. Dieser Schritt ist jedoch auch einer, den viele Betroffene nicht erreichen, da sie im vierten Prozess mit den falschen Methoden behandelt wurden, oder selbst an den zu starken, inneren Widerständen scheitern.
Phase 5 – Diese Phase, ist wie eine zarte Blume die ihre ersten Knospen zeigt, weil man sie regelmäßig gegossen hat. Das notwendige Wasser sind die ausgelebten negativen Gefühle, die man durch Heilwege wie, Weinen, Wut, Schreien und andere natürliche Methoden vielschichtig ausleiten konnte.

Schritt 6. – Die Erfahrung mit dem neuen Geist
Sobald das innere Team gestärkt ist und man sich dem eigenen Ego und der eigenen Seele bewusster geworden ist, kann nun ein erster Testlauf mit dem neuen Geist erfolgen. In diesem sollte der Betroffene sich unter Anleitung selbst kleine Etappenziele setzen und diese Stück für Stück angehen.
Phase 6 – Diese Phase oft ist sehr lebendig. Es kann auch hier zu Rückschlägen kommen, jedoch ist dem eigenen Geist schon bewusster, welches Muster wieder mal greift und er kann selbstwirksam entgegenwirken.

Schritt 7. – Die Kultivierung des neuen Geists
Wenn die kleinen Ziele nun mehr und mehr erreicht werden, beginnt eine neue Kultivierung des Geistes. In dieser wird ein Bewusstsein für den Weg geschaffen. Das Heilungswege, wenn sie regelmäßig bewusst gewählt werden, auch Freude machen können. Im Rahmen der Dualität wird dem Geist bewusst, dass die positiven und negativen Gefühle bewusst gelebt werden dürfen und sich dadurch völlig neue Potenziale für einen Selbst eröffnen.
Phase 7 – Diese Phase ist oft geprägt von einer neuen Leichtigkeit des Betroffenen

Schritt 8. – Die Akzeptanz neuer Herausforderungen
Der letzte Schritt ist eine Türöffnung, der nächsten Wege und Prozesse. Diese werden bei einer erfolgreichen Behandlung selbständig und bewusst sowohl gewählt als auch bearbeitet. Selbst ungewählte, neue Schicksalsschläge sind hier nun mit einer neuen Bewusstheit weniger selbstzerstörerisch. Bewusste eigene Herausforderungen zu kreieren und sich ihnen mit allen Gefühlen zu stellen, ist der Ausdruck des kultivierten, neuen Geists.
Phase 8 – Diese Phase ist der Beginn neuer Phasen, die von mehr Selbstwirksamkeit und einer bewussten Kontrolle der eigenen Balance belegt sind. In dieser ist einen die eigene Dualität und auch die Wirksamkeit der eigenen Energien bewusster.     

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