Bewusstseinskonzept

Geschrieben am von Marlon Melzer

Das menschliche Bewusstsein und wie wir es mehr in Kohärenz und Mitte führen können.

Das Bewusstseinskonzept – Mitt3
Der Aufbau des menschlichen Bewusstseins nach Marlon Melzer

In vielen religiösen und spirituellen Lehren gibt es unterschiedliche Bewusstseinskonzepte. Ob nun das topografische Modell von Sigmund Freud oder die spirituelle Idee von der Seele im Zentrum des Menschen, das Angebot an Bewusstseinskonzepten ist vielseitig. Leider haben wir uns als Menschheit noch nicht auf ein Grundkonzept einigen können. Doch in meiner Wahrnehmung wäre genau das ein wichtiger Schlüssel, um für eine weltliche Kohärenz zu sorgen.

Ich habe mich über viele Jahre mit meinem und mit der Beobachtung von Menschen und ihrem Bewusstsein beschäftigt und bin zu einem eigenen Konzept gelangt, dass für mich eine Ganzheit und Sinnhaftigkeit darstellt. Es ist etwas komplexer als die gängigen Konzepte, jedoch auch wertschätzender, da es alle unsere menschlich-geistigen Teile miteinbezieht.

Das Bewusstseinskonzept – Mitt3
In meiner Wahrnehmung setzt sich nahezu alles Leben im Grundsatz aus drei Teilen zusammen. So auch unser menschlicher Geist der auch durch das Wort: spirit/spiritus – lat. für hauchen/atmen geprägt ist.

Doch was ist der Geist?
In vielen spirituellen Lehren wie dem Buddhismus wird der Geist dem „Denken“ (manas) oder im Sanskrit „Chitta“ in Resonanz gebracht. So ist es womöglich auch zu der Konzeptidee von Körper/Geist/ Seele gekommen. Bei dieser wird also Geist von Seele unterschieden. Alleine das ist schon ein kleines Paradoxon. Denn die geistige Welt ist ja ein Ausdruck des Resonanzfeldes der Seele. Daher fühlt sich dieses Deutungsangebot für mich als nicht 100% stimmig an.

Folgen wir nun der Idee der Dreiheit
Die Dreiheit zeigt sich ja auch als Trinität in einigen Religionen. Doch nicht jede Dreiheit ist auch eine sinnhafte. Die christliche Dreieinigkeit ist die vom Vater/Sohn/Heiliger Geist. Für mich an den Worten schon erkennbar eine sehr männlich-geprägte Ideologie. In dieser fehlt das zentrale Wort: Mutter. Im allgemeinen Sprachgebrauch kommt das Weibliche wertschätzender zum Ausdruck. Muttersprache, Mutter Natur usw. sind Formen dieser Wertschätzung. Daher fühlt sich die kirchliche Trinität für mich auch nicht 100% stimmig an.

Doch was ist nun die Dreiheit unseres Bewusstseins?
Natürlich kann man der Idee folgen, dass jede Zelle eine Bewusstheit hat, in allem ein Geist steckt und Körper von Geist überhaupt nicht zu trennen sind. Doch in meiner Wahrnehmung ist es sinnvoll, die Teile zwar nicht aktiv zu trennen, doch sie getrennt voneinander beobachten zu können. Denn diese Beobachtung führt uns in einen tieferen Blickwinkel und entknäult unseren Bewusstseinsknoten.

Wollen wir erkennen wie unser Bewusstsein aufgebaut ist, sollten wir uns ansehen, wir wir Entscheidungen treffen.
Werden wir uns vollumfänglich bewusst, wie wir Entscheidungen treffen, so werden wir uns auch den Anteilen unseres Bewusstseins bewusst.

Die logische Entscheidung
Die wohl am Leichtesten erkennbare Entscheidungskraft ist die unseres Verstandes. Immer dann, wenn etwas logisch für uns erscheint. Haben wir ein Hungergefühl, formt unser Verstand daraus den Gedanken zu Essen. Fühlen wir uns mit einem Mitmenschen nicht wohl, so formen wir oft den Gedanken und die Strategie diesem aus dem Wege zu gehen. An diesen Beispielen merkt man schon, dass Gefühl und Verstand irgendwie unbewusst zusammenarbeiten und zusammenhängen. Einem Gefühl folgt gerne ein Gedanke und andersrum. Leider ist uns das nur oft zu wenig bewusst.

Der Verstand hat für mich ein Wort, dass auch gerne in der Psychologie benutzt wird. Das „Ich“ auch als Ego und als Kotrollinstanz des Zugangs zur Außenwelt bezeichnet. Das Ego ist womöglich nur ein anderer Ausdruck unseres Verstandes, der entscheidet welche Energien nach Außen oder Innen gehen. In meiner Wahrnehmung funktioniert unser Verstand/Ego als eine Art logischer Sicherheitsberater, der wie ein Türsteher Energien (Gedanken/Gefühle) bewusst rein oder raus lässt.

Das unbeliebte Ego
Je tiefer man in radikal-spirituelle Bereiche eintaucht, desto verpönter ist das Ego. In vielen Bereichen wir der Seele das Zentrum, die Führungskraft und unsere zentrale Steuerungseinheit zugesprochen. Und natürlich ist das so nicht richtig. Unser Verstand entscheidet über den Großteil unserer alltäglichen Möglichkeiten. Doch gerade unsere Seele sollte vielmehr Mitentscheidungskraft haben. Doch dazu müssen wir erstmal fähig sein, unseren Verstand von unserer Seele trennen zu können. Alleine das fällt vielen Menschen schwer. Zudem kommt auch noch, dass das Ego auch noch in unserem Sprachgebrauch sehr negativ belastet ist. Die „Ego Nummer“, der Egoismus usw. wird nicht auch mit seiner lichten Seite gezeigt, sondern allzu gerne nur mit der radikal-egoistischen Schattenseite. Immer dann, wenn unser Ego übertrieben und gegen Andere agiert. Das ist schade, denn das Ego ist einer unserer wichtigsten Führungskräfte. Ich nehme ihn als den männlichen Anteil unseres Geistes wahr.

Die beliebte Seele
Die Seele hingegen wird oft als unser Heiligtum angesehen. Womöglich auch, weil sie als unsterblich gilt. So werten wir Menschen gerne indem wir das Ego und die Seele gegenüberstellen und meinen, nur weil das Ego sterblich ist, muss die Seele ja wichtiger sein. Wir glauben sogar, dass unser Ego die Seele und somit auch unseren Seelenplan blockiert. So machen wir es uns leicht und fordern, das Ego muss weg oder zumindest soll es immer still sein. Auch das ist alles andere als eine Führungsqualität. Die Seele ist unser innerer, freiheitlicher Anteil und obwohl sie natürlich geschlechtslos ist, pflegt sie im Grundsatz die weiblichen Energieattribute. Eine Seele sucht nach Verbundenheit, Liebe, Nähe und möchte gerne ihre endlose Liebe manifestieren.

Die intuitive Entscheidung
Neben der logischen Entscheidungen können wir Menschen noch eine andere Entscheidungsfähigkeit wahrnehmen. Die intuitive Entscheidungskraft. Immer dann, wenn unser Bauchgefühl etwas ganz anderes sagt als unser Verstand. Diesen Zwiespalt haben wir, wenn es uns bewusst ist fast täglich. Genau dann arbeitet das Ego mit dem Verstand gegen die Seele mit ihrer Intuition. Je nach Laune entscheiden wir uns dann entweder für das Eine oder das Andere. In meiner Wahrnehmung sind manchmal intuitive genau wie rationale Entscheidungen die sinnvollsten und manchmal eben situativ auch nicht. Man sollte also nicht pauschal sagen, Bauchgefühl ist immer richtig für die Entscheidung oder eben der Kopf. Denn manchmal fühlt sich etwas sehr belastend an und das offenbart unser Bauch. Doch dann treffen wir die Entscheidung sofort und aus dem Gefühl. Manchmal aber übereilig, denn schon nach ein paar Tagen hätte sich eine bessere Option geboten. Wahrnehmbar ist, dass die Seele und das Ego also unsere geistigen Entscheidungen beeinflussen können. Leider stehen sich diese beiden inneren Anteile oft als Konfliktpartner gegenüber. Und das unsere Seele eher den zurückhaltenden Part in uns einnimmt, entscheidet also unser Ego gerne primär. Das sollte uns erstmal bewusst werden.

Wie ist das Verhältnis zwischen Seele und Ego
Für die meisten Menschen ist es ganz klar. Eine Hierarchie. Gute Seele und böses Ego. Man soll also der Seele vertrauen und dem Ego grundsätzlich misstrauen. Dabei ist ein permanentes Misstrauen gegenüber dem eigenen Verstand ein hochtoxisches Bewusstseinsmodell. Denn man kann sich ja nicht beide Führungskräfte anschauen und permanent nur einem Anteil, wie dem der Seele, sein Vertrauen schenken. Das wäre wenig führungsstabil. Für mich gilt eine ganz andere Metapher. Ich sehe das Ego und die Seele als essenzielles duales Paar unseres menschlichen Geistes. Das Ego als Schutzkraft unseres Körpers und als Hüter unserer Gedanken. Und unsere Seele als Heilkraft und als Triebkraft unserer Gefühle. Beide geben zusammen ein vollkommenes Paar ab, dass sich reibt und eben auch ergänzt. So lebendig wie eine partnerschaftliche Liebe bei uns Menschen sein sollte, spiegelt sich diese auch in unserem Geiste in unserem Bewusstsein wider. Lebendigkeit durch Konflikte/Reibung und natürlich auch durch Harmonie/ Entspannung.

Die Seele und das Ego als duales Paar. Doch was bildet nun die Dreiheit?
Wenn wir nun diesem Konzept folgen und es sich gut anfühlt die Seele und das eigene Ego auf Augenhöhe zu betrachten schafft das in uns etwas Besonderes. Es erzeugt eine Kohärenz und eine innere, geistige Balance. Das Ego ist nun nicht mehr der Gegenspieler der Seele, sondern ein lebhafter Bündnis -und Spiegelpartner. Das erzeugt einen neuen Entfaltungsraum in uns. Unser Bewusstsein wird wie ich es nenne gestretcht. Wir können Gedanken mehr als Impuls unseres Egos wahrnehmen und Gefühle mehr auf die Prozesse unserer Seele deuten. Das entspannt unser System. Denn grundsätzlich meinen wir ja, dass wir nur unsere Gedanken oder unsere Gefühle sind. Doch das ist zu einfach. Eine gedankliche Singularität, die sehr gefährlich in uns wirken kann. Wir sind mehr als nur unsere Gedanken, die oft von außen wie Stromimpulse auf uns einwirken. Und sich nur von seinen Gefühlen beherrschen zu lassen, ist auch eine zu wenig selbstschöpferische Haltung. Das führt uns in eine ganz neue Dimension. Von der Idee des dualen Paares nun zu einer weiteren Ergänzung.

Welcher Anteil beobachtet und entscheidet eigentlich darüber, ob die Seele oder das Ego die Führung bekommt?
Diese Frage ist es, die es ermöglicht noch einen weiteren Anteil in uns wahrnehmen zu können. Ich nenne diesen Anteil Mitschöpfer Anteil. Er fungiert in meinem Zentrum, meiner Mitte und ist schöpferisch, allparteilich. Ein göttlicher Anteil in uns, der die Wahl hat, der Seele und auch dem Ego den Ball zuzuspielen. Bin ich mir diesem Anteil dieser Mitte in mir bewusst, kann ich sie nutzen, um Entscheidungen zu treffen, die nunmehr sowohl meine Seele als auch mein Ego miteinbeziehen. Ich lasse sie an meinen Entscheidungsprozessen beide mitwirken. Wie eine Mediation bringen beide Anteile ihre Ideen und Bedürfnisse mit ein, damit so eine kohärente Entscheidung getroffen werden kann. Es ist also kein „entweder- oder“ Modus mehr bei dem nur ein Anteil immer entscheidet. Und es ist auch kein reiner „sowohl als auch“ Modus mehr, bei dem immer nur wechselweise ein Anteil entscheidet. Es ist ein „das Eine MIT dem Anderen“ Modus, bei dem wie in einer Mediation eine gemeinsamer Entscheidungsweg kreiert wird. Selten ist dieser dann pauschal, sondern in der Regel viel komplexer und mit sehr viel mehr Menschlichkeit gespickt als ein reines „Ja oder Nein, An oder Aus.“

Was passiert, wenn wir unseren Geist als diese Dreiheit erfahren?Wir kommen mit diesem Konzept nicht nur in eine geistige
Kohärenz, sondern begeben uns auch in das kraftvollste Feld, dass es in unserem Lebenssystem gibt. Die Mitte. Von dort aus können wir unsere dualen Anteile nicht nur neu leiben lernen, sondern sie auch bewusster wahrnehmen. Als liebevolle Helfer, als Antrieb und als essenzielle Teile unserer geistigen Ganzheit. Daher wünsche ich mir natürlich, dass dieses Konzept als Bewusstseinskonzept der Menschheit für eine neue Perspektive und ein neues Miteinander auf unserem wundervollen Planeten Erde sorgen kann.

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Marlon Melzer

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